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Jetzt auch einfache Eingriffe im Dünndarm möglich

Düsseldorf, 11.02.2016 – Chefarzt Prof. Dr. Horst Neuhaus ist einer der wenigen Experten weltweit, der seit jüngstem die endoskopische Behandlung des Dünndarms mit einem neuartigen motorisierten Spiralendoskop anbietet. Jetzt operiert er gemeinsam mit seinem amerikanischen Kollegen Prof. Dr. Robert Hawes einen Patienten während des von ihm ausgerichteten 18. Internationalen Endoskopie Symposiums in Düsseldorf. Prof. Dr. Robert Hawes ist Leiter des Instituts für gastroenterologische Endoskopie des Florida Hospitals in Orlando. Sein Spezialgebiet sind therapeutische Eingriffe des Dünndarms, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse, so leitet er die amerikanische Studie zur Effizienz und Sicherheit der Spiralendoskopie.

Die rund 1.800 Teilnehmer des Symposiums haben während der Veranstaltung Gelegenheit, Prof. Dr. Horst Neuhaus und Prof. Dr. Robert Hawes virtuell über die Schultern zu schauen, wenn sie EVK-Patient Holger Schippa (62) im „blauen Raum“ der Endoskopie der Medizinischen Klinik mit dem neuartigen motorisierten Endoskop am Dünndarm operieren. Holger Schippa leidet seit längerem unter Eisenmangel und Blutarmut infolge von Blutungen aus dem Magen- und Darmtrakt. Trotz mehrerer Magen- und Darmspiegelungen wurde die Blutungsquelle zuerst nicht gefunden. Eine Videokapselendoskopie des Dünndarms war dann erfolgreich: Holger Schippa hat mehrere „Blutschwämmchen“ (Angiodysplasien) in verschiedenen Abschnitten des bis zu sechs Meter langen Dünndarms. Damit die Blutungen aufhören, müssen diese „Blutschwämmchen“ verschorft werden. Da der Dünndarm lang und verwinkelt ist, ist eine Verschorfung mit herkömmlichen Methoden sehr aufwendig und zudem für den Patienten anstrengend.

Einfacher, effektiver und schonender ist nach den bisherigen Erfahrungen die neuartige Methode der motorisierten Spiralendoskopie. Hierbei wird eine 20 cm lange, weiche Spirale am unteren Ende eines Spezialendoskops motorgetrieben und über einen Fußschalter gesteuert in den Dünndarm geführt. Durch die Drehung der Spirale im Uhrzeigersinn wird ein großer Teil des Dünndarmes auf das Endoskop gezogen, wodurch auch tief gelegene Abschnitte des Dünndarms erreicht werden können und dort therapeutische Eingriffe wie z.B. die Verschorfung von Blutschwämmchen machbar sind. Anschließend wird der Darm wieder durch gegenläufige Rotation vom Endoskop abgewickelt. Dieses Verfahren wurde weltweit erstmalig im Rahmen einer Studie im November 2015 im Evangelischen Krankenhaus eingesetzt. Patienten mit ausgewählten Erkrankungen des Dünndarms werden seitdem im EVK im Rahmen einer Studie gemeinsam mit der Erasme Universität in Brüssel behandelt.

Neu ist auch der Behandlungsraum, in dem Prof. Dr. Horst Neuhaus Holger Schippa operieren wird. Der sog. „blaue Raum“ ist erst seit wenigen Wochen in der Endoskopie des EVK in Betrieb. Die markanten blauen Glaswände haben dem Raum im EVK zu seinem Namen verholfen. Neu ist das Licht– und Beleuchtungskonzept, das von Mitarbeitern und Patienten gleichermaßen geschätzt wird. Das weiche Licht und die warmen Töne fördern die Konzentration und schaffen so eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Die Platzierung der medizinischen Geräte auf Deckenversorgungseinheiten, der Einsatz mehrerer Monitore sowie eine vernetzte Kommunikation führen zu einer erheblichen Verbesserung der Arbeitsabläufe. Patienten sind deutlich weniger gestresst, das angenehme Licht trägt dazu bei, ebenso die Düsseldorf-Motive an den fiktiven Fenstern.

Bereits zum 18. Mal veranstaltet Prof. Dr. Horst Neuhaus gemeinsam mit seinem Team das Endoskopie Symposium. Vom 11. bis 13. Februar findet damit in Düsseldorf eine der weltweit bedeutendsten Fortbildungsveranstaltungen in der Endoskopie statt, bei der Mediziner drei Tage lang über neueste endoskopische Diagnose- und Therapietechniken des Magen-Darm-Trakts, der Leber und der Bauchspeicheldrüse diskutieren.

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