Chirurgische Klinik

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäß­chirurgie ist eine Fach­klinik des Evangelischen Kranken­hauses Düssel­dorf unter der Leitung von Prof. Dr. med. Werner Hartwig.

Schwerpunkte

Viszeralchirurgie

Unter Viszeralchirurgie fasst man Operationen der Bauchorgane zusammen. Diese werden oft bei bösartigen Erkrankungen notwendig, können aber auch bei Entzündungen oder gutartigen Tumoren angezeigt sein. Zu der Viszeralchirurgie gehört auch die Chirurgie der Schilddrüse und der Nebenniere (siehe auch Endokrine Chirurgie). Nachfolgend sind die Organe und die bei uns häufig durchgeführten Operationen aufgeführt.

Leistungen

  • Speiseröhre
    • Teilentfernung der Speiseröhre (Ösophagektomie subtotal oder total) bei bösartigen Tumoren mit Wiederherstellung der Nahrungsmittelpassage durch Dünndarm-, Magen- oder Kolonhochzug.
      Als Besonderheit unserer Klinik ist hervorzuheben, dass wir in ca. 80 Prozent der Fälle bei der sogenannten abdomino-thorakalen Ösophagusresektion den abdominellen Teil laparoskopisch und somit besonders schonend durchführen.
    • Refluxchirurgie: Einengung des Übergangs von Speiseröhre zu Magen bei Reflux (Fundoplikatio mit Hiatoplastik)
  • Magen
    • Magenentfernung (Gastrektomie subtotal oder total) bei bösartigen Tumoren
    • Übernähung eines Magenulkus bei Perforation
  • Dünndarm
    • Teilentfernung bei Tumoren, Verengungen und chronischer Entzündung (z.B. Morbus Crohn mit therapierefraktären Stenosen, Ileus, persistierender Subileus)
    • Pankreas-erhaltende Entfernung des Zwölffingerdarms bei endoskopisch nicht abtragbaren Tumoren (z.B. bei FAP)
    • Papillenexzision bei endoskopisch nicht abtragbaren gutartigen Papillentumoren
  • Dickdarm (siehe auch zertifiziertes Darmzentrum)
  • Alle Operationen werden, wenn immer möglich, in minimal invasiver Technik (Schlüssellochtechnik) durchgeführt.
    • Teilentfernung des Dickdarms (Hemikolektomien rechts/links, ggf. erweitert oder subtotal bei Tumoren
    • Sigmaresektion bei Divertikulitis und Tumoren
    • Entfernung des Mastdarms (Rektumresektionen) bei Tumoren (anteriore Rektumresektion, abdomino-perineale Rektumextirpation, ultratiefe Sphinkter-erhaltende Rektumresektion)
    • Subtotale Kolektomien oder Proktokolektomie mit ileoanaler Pouchanlage (bei FAP und therapierefraktärer Colitis ulcerosa)
  • Leber/Gallenwege
    • Teilentfernung der Leber (Hemihepatektomien rechts/links, ggf. erweitert) bei Metastasen, Gallengangskarzinomen (z.B. Klatskin Tumor) oder primären Lebertumoren. Durch die enge Kooperation mit der Medizinischen Klinik sehen wir gehäuft Patienten mit Gallegangskarzinomen. Deshalb führen wir auch, die an wenigen Kliniken angebotenen, erweiterten Hemihepatektomien regelmäßig durch. In Vorbereitung hierzu kommt die Pfortaderembolisation zum Einsatz, um ein Größenwachstum des verbleibenden Leberanteils bereits vor Resektion zu erzielen, und um damit diese Operation sicherer zu machen. Die Pfortaderembolisation wird ca. 4-6 Wochen vor geplanter Leberresektion durch unsere Kollegen der Radiologischen Klinik durchgeführt. 
    • Gallenblasenentfernung bei Steinen, Entzündung oder gutartigen Tumoren
    • Zystenentdeckelungen bei Leberzysten (sogenanntes laparoskopisches Zystenderoofing)
    • Endozystektomien bei Echinokokkose
    • Gallenwegsrekonstruktionen bei Engstellungen oder Aussackungen der Gallenwege
  • Bauchspeicheldrüse (siehe auch zertifiziertes Pankreaszentrum)
    Mit jährlich über 60 Bauchspeicheldrüsenoperationen sind wir das größte nicht-universitäre Pankreaszentrum in Düsseldorf. Das gewährleistet eine hohe Expertise bei diesen komplexen und risikoreichen Operationen. Im Jahr 2017 verstarb uns kein Patient im Rahmen dieser Operationen.
    • Pankreaskopfresektion (Whipple’sche Operation, wenn immer möglich Magen-erhaltend) bei zystischen prämalignen Tumoren und Karzinomen
    • Pankreaslinksresektion (wenn möglich immer minimal invasiv und Milz-erhaltend) bei zystischen prämalignen Tumoren und Karzinomen
    • Pankreassegmentresektion (bei zentral im Pankreas lokalisierten Tumoren)
    • Totale Pankreatektomien (bei lokal fortgeschrittenen Karzinomen oder ausgedehnten Hauptgang-IPMNs)
    • Erweiterte Pankreasresektion mit z.B. Gefäßresektionen bei lokal fortgeschrittenen Karzinomen. Ca. 1/3 unserer Pankreaskopfresektionen führen wir in erweiterter Form mit Gefäßresektion durch. 
    • Pankreas-Enukleationen bei zystischen oder endokrinen Tumoren
    • Duodenum-erhaltende Pankreaskopfresektionen bei chronischer Pankreatitis