Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie
Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie hat ihre Schwerpunkte in der minimal invasiven und komplexen onkologischen Chirurgie. Mit vier durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten viszeralen Tumorzentren (Darm-, Pankreas-, Magen- und Speiseröhrenkrebszentrum) haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Zudem sind wir eines der wenigen Häuser, die im Rahmen der Krankenhausreform NRW den Versorgungsauftrag für die Leistungsgruppe „Lebereingriffe“ erhalten haben.
Schwerpunkte
Viszeralchirurgie
Unter Viszeralchirurgie fasst man Operationen der Bauchorgane zusammen. Diese werden oft bei bösartigen Erkrankungen notwendig, können aber auch bei Entzündungen oder gutartigen Tumoren angezeigt sein. Zu der Viszeralchirurgie gehört auch die Chirurgie der Schilddrüse und der Nebenniere (siehe auch Endokrine Chirurgie). Nachfolgend sind die Organe und die bei uns häufig durchgeführten Operationen aufgeführt.
Leistungen
- Speiseröhre (siehe auch zertifiziertes Speiseröhrenkrebszentrum sowie allgemeine Informationen zur Speiseröhre)
- Als einziges zertifiziertes Speiseröhrenkrebszentrum in der Region Düsseldorf/Niederrhein sind wir spezialisiert auf komplexe Speisröhrenoperationen bei Speiseröhrenkrebs. Wir führen die Teilentfernung der Speiseröhre (Ösophagusresektion) bei bösartigen Barrett- und Plattenepithelkarzinomen hoch standardisiert mit Wiederherstellung der Nahrungsmittelpassage durch einen Magenschlauchhochzug durch. Als Besonderheit unserer Klinik ist hervorzuheben, dass wir bei nahezu allen abdomino-thorakalen Ösophagusresektionen (>85% der Fälle) die moderne Hybrid-Technik anwenden, d.h., dass wir den abdominellen Teil laparoskopisch (minimal-invasiv) und somit besonders schonend durchführen.
- Magen (siehe auch Magenkrebszentrum sowie allgemeine Informationen zum Magen)
- Als einziges zertifiziertes Magenkrebszentrum in der Region Düsseldorf/Niederrhein sind wir spezialisiert auf komplexe Magenoperationen bei gut- und bösartigen Magentumoren. Wir führen die Teil- und Komplettentfernung des Magens bei bösartigen Magenkarzinomen hoch standardisiert mit radikaler Mitresektion des Lymphabflusssystems (=Filterstation für Tumorzellen) durch. Teils muss bei Tumoren, die im Bereich des Mageneingangs liegen, den sogenannten Kardia- oder AEG III-Karzinomen, auch ein Teil der Speiseröhre mitentfernt werden (siehe hierzu auch zertifiziertes Speiseröhrenkrebszentrum). Vor allem bei sogenannten gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) führen wir Magenteilresektionen laparoskopisch (=minimal invasiv, Schlüssellochtechnik) durch.
- Dünndarm
- Teilentfernung bei Tumoren, Verengungen und chronischer Entzündung (z.B. Morbus Crohn mit therapierefraktären Stenosen, Ileus, persistierender Subileus)
- Pankreas-erhaltende Entfernung des Zwölffingerdarms bei endoskopisch nicht abtragbaren Tumoren (z.B. bei FAP)
- Papillenexzision bei endoskopisch nicht abtragbaren gutartigen Papillentumoren
- Dickdarm und Mastdarm (siehe auch zertifiziertes Darmkrebszentrum)
- Alle Operationen werden, wenn immer möglich, in minimal invasiver Technik (Schlüssellochtechnik) durchgeführt. Hierbei operieren wir bei den Dickdarm- und Mastdarmeingriffen mehr als doppelt so viel laparoskopisch wie der Bundesdurchschnitt der Krankenhäuser (Vergleichszahlen Ghadban et al., Scientific Reports 2018).
- Dünn- und Dickdarmoperationen (z.B. Ileozökalresektion) bei Morbus Crohn
- Teilentfernung des Dickdarms (Hemikolektomien rechts/links, ggf. erweitert oder subtotal bei Tumoren
- Sigmaresektion bei Divertikulitis und Tumoren
- Entfernung des Mastdarms (Rektumresektionen) bei zumeist bösartigen Tumoren (anteriore Rektumresektion, abdomino-perineale Rektumextirpation, ultratiefe Sphinkter-erhaltende Rektumresektion). Im Rahmen der Krankenhausreform NRW haben wir den Versorgungsauftrag für die Leistungsgruppe „Tiefe Rektumeingriffe“ erhalten und dürfen dadurch auch die besonders schließmuskelnahen Tumore operieren.
- Subtotale Kolektomien oder Proktokolektomie mit ileoanaler Pouchanlage (bei FAP und therapierefraktärer Colitis ulcerosa)
- Leber/Gallenwege (siehe auch Lebertumorzentrum)
- Teilentfernung der Leber (Keilresektionen, Segmentresektionen, Hemihepatektomien rechts/links, ggf. erweiterte Hemihepatektomien) bei Metastasen, Gallengangskarzinomen (z.B. Klatskin Tumor) oder primären Lebertumoren. Lebermetastasen, welche oftmals vom Darmkrebs ausgehen, sollen auch bei größerer Anzahl im Rahmen von sogenannten multimodalen Therapiekonzepten entfernt werden, um die Prognose der Patienten zu verbessern. Dies bedeutet, dass wenn immer möglich Lebergewebe schonende Resektionsverfahren zum Einsatz kommen, teils auch kombiniert mit z.B. Radiofrequenzablation und Chemotherapien. Durch die enge Kooperation mit der Medizinischen Klinik sehen wir gehäuft Patienten mit Gallengangskarzinomen. Deshalb führen wir auch, die an wenigen Kliniken angebotenen, erweiterten Hemihepatektomien und in-situ Lebersplits, das sogenannte ALPPS Verfahren, regelmäßig durch. In Vorbereitung von erweiterten Leberresektion kommt die Pfortaderembolisation zum Einsatz, um ein Größenwachstum des verbleibenden Leberanteils bereits vor Resektion zu erzielen, und um damit diese Operation sicherer zu machen. Die Pfortaderembolisation wird ca. 4-6 Wochen vor geplanter Leberresektion durch unsere Kollegen der Radiologischen Klinik durchgeführt. Die exakte Therapieplanung von Leber- oder Gallegansgtumoren wird immer in unserem interdisziplinären Tumorboard abgestimmt.
- Gallenblasenentfernung bei Steinen, Entzündung oder gutartigen Tumoren
- Zystenentdeckelungen bei Leberzysten (sogenanntes laparoskopisches Zystenderoofing)
- Gallenwegsrekonstruktionen und biliodigestive Anastomosen bei Engstellungen oder Aussackungen der Gallenwege oder vorausgegangenen Gallengangverletzungen
- Bauchspeicheldrüse (siehe auch zertifiziertes Pankreaskarzinomzentrum)
Mit über 700 Bauchspeicheldrüsenoperationen seit dem Jahr 2017 sind wir das größte loko-regionale Pankreaszentrum (Düsseldorf/Niederrhein) und das größte nicht-universitäre Zentrum in ganz NRW . Dies gewährleistet eine hohe Expertise bei diesen komplexen und risikoreichen Operationen, bei dennoch persönlicher Atmosphäre aufgrund der überschaubaren Krankenhaus- und Stationsgröße. Bei den Pankreasresektionen betrug in den letzten neun Jahren unsere 30-Tage und Krankenhausmortalität unter 1,9 % (zum Vergleich: bundesweit ca. 10 %, Alsfasser et al., BJS 2016).
- Pankreaskopfresektion (Whipple’sche Operation, wenn immer möglich Magen-erhaltend) bei zystischen Bauchspeicheldrüsentumoren und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Diese führen wir immer in konventionell offener Operationstechnik durch, da die minimal invasive Technik inkl. Robotik selbst an spezialisierten Zentren mit einer höheren Komplikationsrate und längeren Krankenhausaufenthaltsdauer einhergeht (Bruna et al., JAMA Surg 2025; Hartwig, Gland Surg 2025).
- Pankreaslinksresektion (wenn möglich immer minimal invasiv und Milz-erhaltend) bei zystischen Bauchspeicheldrüsentumoren und Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Pankreassegmentresektion (bei mittig in der Bauchspeicheldrüse lokalisierten Tumoren)
- Totale Pankreatektomien (bei lokal fortgeschrittenen Karzinomen oder ausgedehnten Hauptgang-IPMNs)
- Erweiterte Pankreasresektion mit z.B. Gefäßresektionen bei lokal fortgeschrittenen Karzinomen. Ca. 1/5 unserer Pankreaskopfresektionen führen wir in erweiterter Form mit Gefäßresektion durch.
- Pankreas-Enukleationen bei zystischen oder endokrinen Tumoren
- Duodenum-erhaltende Pankreaskopfresektionen bei chronischer Pankreatitis
Sekretariat:
Gabriele Müller
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