Klinik für Kardiologie
Mit Leidenschaft und Kompetenz für innovative Medizin: Unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Meyer engagiert sich das Team der Klinik für Ihr Herz.
Schwerpunkte
Elektrophysiologie
In der Klinik für Kardiologie des EVK Düsseldorf bieten wir das vollständige Spektrum moderner Rhythmologie mit Schwerpunkt Katheterablationen zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen an. Als rhythmologisches Schwerpunktzentrum verfügt unser langjährig erfahrenes Team über umfassende Expertise in konservativer sowie interventioneller Therapie und setzt dabei modernste Technologien ein – individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten.
Verfügbare Ablationsverfahren im Überblick:
- Vorhofflimmern
Eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern. Zur Behandlung führen wir entsprechend weltweitem Standard primär eine Isolation der Lungenvenen (Pulmonalvenenisolation, PVI) durch, bei Bedarf ergänzt durch evidenzbasierte individualisierte Behandlungsstrategien (siehe z. B. ERASE-AF, SOLVE-AF).
Folgende Verfahren kommen zum Einsatz:
- Radiofrequenzablation (mit 3D-Mapping)
- Kryoballonablation (Kälteballon-Technik)
- Pulsed Field Ablation (PFA) (mit vs. ohne 3D-Mapping sowie mit 3 verschiedenen Kathetersystemen, ggf. in Kombination mit RF-Ablation)
- Inadäquate Sinustachykardie / POTS
- Atriale Tachykardien einschließlich typischem Vorhofflattern
- AV-Knoten-Reentrytachykardien und AV-Reentrytachykardien
- Supraventrikuläre und ventrikuläre Extrasystolen
- Ventrikuläre Tachykardien
Alle Eingriffe erfolgen minimalinvasiv, in der Regel über einen Zugang in der rechten Leiste, in modernsten Herzkatheterlaboren – häufig mit kurzem stationären Aufenthalt oder in ausgewählten Fällen auch ambulant.
Zur präzisen Diagnostik und individuellen Therapie setzen wir auf besonders schonende Verfahren und nutzen:
- Neueste Generationen hochauflösender 3D-Mapping-Systeme (Rhythmia, Carto, EnSite, Affera)
- Moderne Kathetertechnologien mit Anpressdruck- und Impedanzmessung
- Strahlenarme Verfahren
- KI-gestützte Analyseverfahren
- Integration von zuvor aufgenommener 3D-Herzanatomie mittels CT oder MRT
Innovative Therapie: Pulsed Field Ablation
Ein besonderer Schwerpunkt unseres Zentrums ist die Pulsed Field Ablation (PFA) – ein innovatives, primär nicht-thermisches Ablationsverfahren, das als besonders gewebeschonend gilt. Dabei werden krankhafte Herzmuskelzellen durch kurze elektrische Impulse gezielt verödet, ohne umliegende Strukturen zu schädigen.
Neben der breiten Anwendung bei Vorhofflimmern wird PFA zunehmend auch bei anderen Herzrhythmusstörungen eingesetzt und kann bei komplexen Arrhythmien z. B. mit der Radiofrequenzablation kombiniert werden. Durch den Einsatz von drei verschiedenen PFA-Systemen können wir das Ablationsverfahren individuell an die jeweilige Herzrhythmusstörung und die anatomischen Gegebenheiten anpassen.
Potentielle Vorteile von PFA auf einen Blick:
- Gewebeschonende Behandlung
- Kurze Eingriffs- und Erholungszeit
- Besonders geeignet bei paroxysmalem Vorhofflimmern
- Kombination mit anderen Ablationsverfahren bei komplexen Arrhythmien möglich
Gerne beraten wir Sie individuell, welches Verfahren für Ihre persönliche Situation am besten geeignet ist.
Spezialprogramm für komplexe und wiederkehrende Herzrhythmusstörungen
Komplexe Herzrhythmusstörungen erfordern eine besonders individuelle und spezialisierte Behandlung.1 Dies gilt insbesondere für Rhythmusstörungen bei angeborenen Herzfehlern,2,3 nach Voroperationen oder bei strukturellen Herzerkrankungen und anderen Begleiterkrankungen. Dank unserer langjährigen Erfahrung und modernster diagnostischer sowie interventioneller Verfahren bieten wir maßgeschneiderte Therapiekonzepte für Patientinnen und Patienten mit komplexen Arrhythmien.
Behandlung von Rezidiv-Arrhythmien nach Vorbehandlung(en)
Ein Schwerpunkt unserer Klinik liegt in der Behandlung von therapierefraktären Herzrhythmusstörungen. In diesem Rahmen entwickeln wir individuell zugeschnittene Behandlungspläne für Menschen, die trotz vorangegangener Ablation oder medikamentöser Therapie erneut auftreten oder sich nach früheren Eingriffen oder Operationen entwickeln. Vorstellig werden können Sie hierfür in der Sprechstunde von Prof. Meyer bzw. in unserer Spezialsprechstunde für Herzrhythmusstörungen.
Insbesondere nach Vorhofflimmerablation können sogenannte atriale Tachykardien entstehen, welche auf strukturellen Veränderungen wie Narbenbildung beruhen.1,4–6 Mithilfe modernster elektrophysiologischer Verfahren können wir die zugrunde liegenden Mechanismen präzise identifizieren und gezielt durch eine individuell abgestimmte Katheterablation behandeln.
Behandlung von komplexen Arrhythmien bei struktureller Herzerkrankung
Wir verfügen über besondere Expertise in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen bei struktureller Herzerkrankung, beispielsweise bei Herzschwäche, langjähriger Hypertonie oder nach einem Herzinfarkt.7 Zur Planung komplexer Eingriffe, v.a. von Kammertachykardien,8 integrieren wir MRT-/CT-Aufnahmen in unsere elektrophysiologischen Mapping-Systeme. Dadurch können Narbengewebe und andere Veränderungen präzise dargestellt und die Ablation individuell geplant werden. Da die Analyse bereits vor dem Eingriff erfolgt, können Eingriffszeiten verkürzt werden. In ausgewählten Fällen kommen spezielle Verfahren wie die bipolare Ablation mit zwei Ablationskathetern zum Einsatz, um auch tiefer gelegene oder schwer zugängliche Areale effektiv zu behandeln.9
In der akuten Situation kann in ausgewählten Fällen ergänzend eine Modulation des autonomen Nervensystems, z. B. durch einen Stellatum-Block, zur Stabilisierung ventrikulärer Arrhythmien beitragen (siehe „Schwerpunkte“: Neurokardiologie).
Behandlung von Arrhythmien bei strukturell unauffälligem Herzen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen bei strukturell unauffälligem Herzen. In diesen Fällen spielen oft funktionelle Mechanismen und Einflüsse des autonomen Nervensystems mit kleinen „Störherden“ eine zentrale Rolle.
Mit modernen Untersuchungsmethoden wie EKG-Analysen (autonome Funktionstestung, Vektorelektrokardiographie u.a.) und hochauflösenden 3D-Mapping-Technologien können wir diese Rhythmusstörungen präzise analysieren, ihre Ursache gezielt bestimmen und einen individuellen Behandlungsplan erstellen (i.d.R. mit einer Katheterablation).
Spezialprogramm für seltene Arrhythmien
Seltene Erkrankungen betreffen jeweils nur wenige Menschen (in Europa ≤5 von 10.000), sind oft komplex und werden daher nicht überall routinemäßig erkannt oder behandelt. Sie sind ein Spezialthema, weil sie häufig besondere Ursachen (z. B. genetisch oder komplexe elektrische Mechanismen) haben und eine hochspezialisierte Diagnostik sowie erfahrene interventionelle Therapie erfordern. Als spezialisiertes Zentrum können wir diese Formen gezielt erkennen und mit modernen Verfahren (z. B. Katheterablation, spezielle Tests) präzise und sicher behandeln.10
| Entität | Typische Einordnung | Geschätzte Prävalenz | ≤5/10.000? | Kommentar |
| Brugada-Syndrom | Primär elektrisches Arrhythmiesyndrom | ca. 1–5/10.000 | Ja |
Regional variabel; in Europa typischerweise im Rare-Disease-Bereich |
| CPVT | Genetische adrenerge ventrikuläre Tachykardie | ca. 1/10.000 | Ja | Klassisch selten; häufig belastungs- oder emotionsgetriggert |
| Short-QT-Syndrom | Genetisches Arrhythmiesyndrom | ca. 2,7/100.000 bis <1/10.000 | Ja | Extrem selten |
| Isolierter atrialer Standstill | Seltene Brady-/Atriopathie | Keine robuste Populationszahl | Praktisch ja | Sehr selten; genetisch oder erworben |
| DAVNNT | Seltene supraventrikuläre Tachykardie | Keine robuste Populationszahl | Wahrscheinlich ja | Selten; oft Fehldiagnose als Vorhofflimmern oder AVNRT; abladierbar |
| Faszikuläre ventrikuläre Tachykardie | Idiopathische linksventrikuläre Reentry-Tachykardie | Keine robuste Populationszahl | Wahrscheinlich ja | Seltene Form idiopathischer VT; häufig verapamilsensitiv; gute Ablationsergebnisse |
| Bundle-Branch-Reentry-Tachykardie | Makro-Reentry im His-Purkinje-System | Keine robuste Populationszahl | Ja (klinisch selten) | Typisch bei struktureller Herzerkrankung; oft bei dilatativer Kardiomyopathie; kurativ behandelbar |
| Long-QT-Syndrom gesamt | Genetisches Arrhythmiesyndrom | ca. 1/2.500 | Nein | Als Gesamtsyndrom zu häufig für die 5/10.000-Grenze |
| Arrhythmogene RV-/arrhythmogene Kardiomyopathie | Strukturell-arrhythmogen | oft 1/2.000–1/5.000 | Meist nein / Grenzbereich | Primär Kardiomyopathie; je nach Definition grenzwertig |
Elektrophysiologische Untersuchungen als exemplarische Darstellung
Die hochauflösende 3D-Kartierung macht die Lokalisation der Herzrhythmusstörung sichtbar. Im linken Bild ist ein Narbenareal (hier schwarz dargestellt) in der linken Vorkammer (Vorhof) zu erkennen, um das die elektrische Erregung kreist. Durch eine gezielte Katheterablation kann dieser Kreislauf unterbrochen und der normale Herzrhythmus wiederhergestellt werden.
Vorhoftachykardien können auch ohne Narben entstehen. Mithilfe der 3D-Kartierung lässt sich der z.T. nur wenige Millimeter große Ursprung der Rhythmusstörung präzise identifizieren und gezielt veröden.
Typisches Vorhofflattern ist eine häufige Herzrhythmusstörung, die im rechten Vorhof entsteht und in der Regel sehr gut behandelbar ist. Charakteristisch ist eine kreisende elektrische Erregungsausbreitung um die Trikuspidalklappe. Durch eine gezielte Ablationslinie wird dieser Kreislauf dauerhaft unterbrochen und das Vorhofflattern beseitigt.
Extraschläge (sogenannte Extrasystolen) können sowohl aus den Herzkammern als auch – wie in diesem Beispiel – aus den Vorhöfen entstehen. Diese treten aufgrund von verändertem Herzgewebe auf – vergleichbar mit einer „Zündkerze“ – welches das Herz aus dem Takt bringen und zu einer verminderten Herzleistung führen kann. Die farbkodierte 3D-Kartierung zeigt den Ursprung dieser Extraschläge. Durch die exakte Lokalisation (hier weiß dargestellt) kann das Gewebe gezielt behandelt werden.
Durch den Einsatz KI-gestützter Analyseverfahren können bereits vor einer Katheterablation relevante Informationen aus bildgebenden Verfahren (MRT oder CT) gewonnen werden. So können Narben und andere Veränderungen des Herzmuskels präzise dargestellt und die Katheterablation individuell geplant werden. Diese Analyseverfahren werden in unserem Zentrum insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit bekannten Herzerkrankungen eingesetzt. Eine europäische Studie unter Beteiligung des EVK konnte zeigen, dass so unter anderem auch die Eingriffszeit deutlich verkürzt werden kann.11
In unserer Spezialsprechstunde für Herzrhythmusstörungen beraten wir Sie gerne individuell hinsichtlich der generellen Therapieoptionen oder zur Vorbereitung bzw. Nachbereitung eines Eingriffs nach aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft. Ein besonderes Anliegen ist uns hierbei eine enge Zusammenarbeit mit Ihrer behandelnden kardiologischen Facharztpraxis, um ein langfristig optimales Ergebnis für Sie zu erzielen.
- Terminvereinbarung unter: 0211/919 – 1855 oder via Email (Kardiologie@evk-duesseldorf.de)
- Wir bitten um das Mitbringen von relevanten Vorbefunden (Ruhe-EKG, Langzeit-EKG, Arztbriefe) sowie eine Überweisung von Ihrer kardiologischen Facharztpraxis, gerne können diese auch via E-Mail (Kardiologie@evk-duesseldorf.de) oder Fax (0211/919 – 3955) vorab übermittelt werden.
- Ärztliche Leitung: Dr. med. Ana Briski
Ihre Herzgesundheit in erfahrenen Händen
Unser Ziel ist eine effektive, sichere und möglichst schonende Therapie Ihrer Herzrhythmusstörung – auch bei komplexen oder bislang nicht erfolgreich behandelten Verläufen – mit dem Fokus auf langfristige Lebensqualität.
Unser Anspruch ist eine exzellente medizinische Versorgung – mit modernster Technik, persönlicher Zuwendung und fundierter Erfahrung aus weit mehr als 10.000 Ablationsbehandlungen.
Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne individuell!
Sekretariat:
Henrike Goebels
Telefon: 0211/919 - 1855
Fax: 0211/919 - 3955
kardiologie@evk-duesseldorf.de