Klinik für Kardiologie

Mit Leidenschaft und Kompetenz für innovative Medizin: Unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Meyer engagiert sich das Team der Klinik für Ihr Herz.

Schwerpunkte

In unserer Klinik werden in einem hochmodernen Labor derzeit mehr als 250 Implantationen pro Jahr durchgeführt, davon sind die Hälfte Defibrillatoren und 3-Kammer-Systeme.

Implantation von Geräten

Herzschrittmacher / Event recorder

Herzschrittmacher helfen, wenn das Herz „aus dem Takt“ gerät und zu langsam schlägt. Häufig ist hierfür eine Störung des Taktgebers (Sinusknoten) oder des Hauptreizleiters (AV-Knoten) verantwortlich. Die Symptome reichen von Schwindel über Luftnot bei Belastung bis hin zu kurzzeitiger Bewusstlosigkeit (Synkope) und können eine ernste Bedrohung für den Patienten darstellen oder sogar lebensgefährlich sein. Ein Herzschrittmacher sorgt dafür, dass das Herz wieder im richtigen Tempo schlägt.

Ein Herzschrittmacher ist nur wenige Zentimeter groß und flach. Wir setzen ihn bei örtlicher Betäubung unter die Haut im Bereich der linken Schlüsselbeingrube ein. Die dazugehörigen Sonden werden in den rechten Herzhöhlen befestigt. Diese Prozedur ist praktisch schmerzfrei. Wenn nach 6-10 Jahren die Batterie ausgetauscht werden muss, reicht es, nur das Aggregat auszutauschen, die Sonden werden weiter verwendet.

Die Komplikationsraten sind insgesamt sehr niedrig (ca. 2 bis 5%). Manchmal treten Probleme an der Operationswunde auf, hier am Häufigsten ein Bluterguss. In seltenen Einzelfällen kommt es zu einer Entzündung. In wenigen Fällen kann es auch nötig sein, ein im Herzen „verrutschtes“ Schrittmacherkabel erneut zu fixieren.

Bei unklaren wiederkehrenden Bewusstseinsverlusten (Synkopen) besteht die Möglichkeit, einen Ereignisrecorder einzusetzen. Dieses Verfahren nutzen wir, wenn die übrige Diagnostik keine Ursache für die Synkopen zu Tage gefördert hat. Hierbei handelt es sich um eine Art Langzeit-EKG von der Größe eines sehr kleinen länglichen Chips, welches in lokaler Betäubung unter der Haut implantiert wird. Im Falle einer Herzrhythmusstörung oder einer Synkope zeichnet das Gerät den Herzrhythmus auf und kann so zuverlässig zur Diagnose beitragen.

Implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD)

Im Unterschied zum Herzschrittmacher setzen wir einen implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD) bei Patienten ein, die unter lebensbedrohlichen schnellen Herzrhythmusstörungen aus der Herzkammer (ventrikuläre Tachykardien oder Kammerflattern) leiden oder sogar aufgrund von Kammerflimmern wiederbelebt werden mussten. Auch Patienten, die aufgrund ihrer Grunderkrankung (Herzschwäche, Herzinfarkt) ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod aufweisen, sollten unbedingt mit einem solchen „elektronischen Schutzengel“ versorgt werden.

Das Gerät wird unter lokaler Betäubung ober- oder unterhalb des Brustmuskels implantiert und überwacht dauerhaft den Herzrhythmus. Im Falle einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung gibt das Aggregat einen starken Stromstoß ab (ähnlich wie bei Defibrillatoren in der Notaufnahme oder im Notarztwagen). Damit wird die Rhythmusstörung zuverlässig beendet, was Leben retten kann.

Kardiale Resynchronisationstherapie = CRT mit und ohne Defibrillator-Funktion

Patienten, die an einer schweren Herzschwäche leiden, weisen häufig Störungen im Reizleitungssystem des Herzens (sogenannter Linksschenkelblock oder bifaszikulärer Block) auf. Als Folge dieser Reizleitungsstörung arbeitet das Herz während des Pumpvorganges nicht mehr einheitlich und koordiniert. Das bedeutet Teile des Herzmuskels ziehen sich später zusammen als andere. Die ohnehin schon reduzierte Auswurfleistung des Herzens wird dadurch noch weiter vermindert.

Ein 3-Kammer Herzschrittmacher synchronisiert die Herzaktionen wieder, und die Herzleistung verbessert sich deutlich. Hierzu schieben wir eine zusätzliche dritte Elektrode über den rechten Herzvorhof und die große Herzvene (Coronarsinus) in eine kleinere Endvene über der linken Herzhauptkammer. Häufig kombinieren wir die Geräte mit einem Implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD). Die Operation erfolgt in lokaler Betäubung über einen kleinen Schnitt unterhalb des linken Schlüsselbeins.

Schrittmacher­ambulanz

Alle Herzschrittmacher, ICDs und 3-Kammerschrittmacher können wir, in Absprache mit Ihrem niedergelassenen Kardiologen, in unserer Spezialambulanz in regelmäßigen Abständen kontrollieren. In Einzelfällen kann die Nachsorge auch über telemetrische Fernüberwachung via Internet von zu Hause erfolgen.

Telemedizinische Fernüberwachung der Herzschrittmacher und Defibrillatoren über das Internet

Als zusätzliche Komfortleistung bieten wir die Möglichkeit einer telemetrischen Fernüberwachung an. Hierzu ist ein Sender nötig, der in regelmäßigen Abständen Daten aus dem Herzschrittmacher, dem ICD oder dem CRT an eine Internet-Plattform sendet. So erhalten wir z.B. Informationen über die Batteriekapazität sowie Messdaten der Sonden, Berichte über die Effektivität der Schrittmacher-Therapie, Informationen über Herzrhythmusstörungen. Daran können wir frühzeitig Fehlfunktionen des Gerätes erkennen und therapeutische Konsequenzen, etwa bei einer Verschlechterung der Herzleistung, früh in die Wege leiten. Häufig können dadurch die Kontrollintervalle in der Herzschrittmacher-Ambulanz verlängern.
Natürlich kann die telemetrische Überwachung, wenn gewünscht, auch bei Ihrem niedergelassenen Kardiologen fortgeführt werden.

Wir arbeiten hier mit allen namhaften Herstellern zusammen und bieten die folgenden Telemetrie-Systeme an:

Biotronik: HomeMonitoring ™
Medtronic: CareLink ™
St. Jude Medical: MerlinNet™
Micra®

In besonderen Fällen kann die Micra® Kardiokapsel als der kleinste Herzschrittmacher der Welt implantiert werden. Sie hinterlässt keine Beule unter der Haut, keine Narbe im oberen Brustbereich und benötigt keine Elektroden. Die Kardiokapsel befindet sich als vollständig in sich geschlossenes System innerhalb des Herzens. Der Micra® ist ein Herzschrittmacher, der über einen Katheter implantiert wird. Der Micra® ist etwa 93 % kleiner als herkömmliche Herzschrittmacher und hat ungefähr die Größe einer großen Vitaminkapsel. Dabei hält die integrierte Batterie genauso lang wie die von Schrittmachern. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schrittmachern wird die Micra®-Kardiokapsel durch eine Vene vom Bein aus in das Herz eingebracht und benötigt keine Elektrode.

Subkutan implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (S-ICD)

Ein subkutan implantierbarer Kardioverter Defibrillator (S-ICD) ist eine Variante des ICD und wird in besonderen Fällen direkt unter der Haut eingesetzt, Herz und Venensystem bleiben unberührt. Er verhindert den plötzlichen Herztod, indem er den Herzrhythmus überwacht und bei Bedarf durch einen elektrischen Impuls den normalen Herzrhythmus wiederherstellt. Anders als der transvenöse ICD kann der S-ICD weder als Herzschrittmacher dienen, der einen zu langsamen Herzschlag wieder in Takt bringt, noch kann er eine ventrikuläre Tachykardie mit „Überstimulation“ beenden.