Klinik für Kardiologie

Das Team von Prof. Dr. Ernst G. Vester bietet sämtliche thera­peutische Maß­nahmen an den Herz­kranz­gefäßen sowie an Gefäße außerhalb des Herzens. Zudem behandeln die Experten Herz­rhythmus­störungen und imple­mentieren modernste Herz­schritt­macher und Defi­brillatoren.

Schwerpunkte

Implantation von Geräten

Herzschrittmacher / Event recorder

Wir setzen Herzschrittmacher ein, wenn das Herz „aus dem Takt“ gerät und zu langsam schlägt. Häufig ist hierfür eine Störung des Taktgebers (Sinusknoten) oder des Hauptreizleiters (AV-Knoten) verantwortlich. Als Folge ist die Herzfrequenz zu niedrig oder steigt unter Belastungsbedingungen unzureichend an. Die hieraus entstehenden Symptome reichen von Schwindel über Luftnot bei Belastung bis hin zu kurzzeitiger Bewusstlosigkeit (Synkope) und können eine ernste Bedrohung bis hin zur Lebensgefährlichkeit für den Patienten darstellen. Mit dem Herzschrittmacher können wir die Funktion des Taktgebers ersetzen oder den Hauptreizleiter des Herzens überbrücken, so dass das Herz wieder mit ausreichender Frequenz arbeiten kann.

Seit der Implantation des ersten Herzschrittmachers sind mehr als 50 Jahre vergangen. Mittlerweile sind die Geräte klein und flach geworden. Wir setzen sie bei örtlicher Betäubung unter die Haut im Bereich der linken Schlüsselbeingrube ein. Die entsprechenden Sonden schieben wir über die Schlüsselbeinvene in die rechten Herzhöhlen vor und verankern sie dort. Die ganze Operation ist praktisch schmerzfrei. Wir können sie in einigen Fällen auch ambulant durchführen. Bei Erschöpfung der Batterie (im Mittel nach 6 bis 10 Jahren) muss nur das Aggregat, ebenfalls in örtlicher Betäubung, ausgetauscht werden, die Sonden können weiter verwendet werden.
Die Komplikationsraten sind insgesamt sehr niedrig (ca. 2 bis 5%). Manchmal treten Probleme an der Operationswunde auf, hier am Häufigsten ein Bluterguss. In seltenen Einzelfällen kommt es zu einer Entzündung. In wenigen Fällen kann es auch nötig sein, ein im Herzen „verrutsches“ Schrittmacherkabel erneut zu fixieren.

Bei unklaren wiederkehrenden Bewusstseinsverlusten (Synkopen) besteht die Möglichkeit, einen Ereignisrecorder einzusetzen. Dieses Verfahren nutzen wir, wenn die übrige Diagnostik keine Ursache für die Synkopen zu Tage gefördert hat. Hierbei handelt es sich um eine Art Langzeit-EKG von der Größe eines sehr kleinen länglichen Chips, welches in lokaler Betäubung unter der Haut implantiert wird. Im Falle einer Herzrhythmusstörung oder einer Synkope zeichnet das Gerät den Herzrhythmus auf und kann so zuverlässig zur Diagnosesicherung beitragen.

Implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD)

Im Unterschied zum Herzschrittmacher setzen wir einen implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD) bei Patienten ein, die unter lebensbedrohlichen schnellen Herzrhythmusstörungen aus der Herzkammer (ventrikuläre Tachykardien oder Kammerflattern) leiden oder sogar aufgrund von Kammerflimmern wiederbelebt werden mussten. Auch Patienten, die aufgrund ihrer Grunderkrankung (Herzschwäche, Herzinfarkt) ein erhöhtes Risiko eines plötzlichen Herztodes aufweisen, sollten unbedingt mit einem solchen „elektronischen Schutzengel“ versorgt werden. Wie bei einem Herzschrittmacher platzieren wir das Gerät unter lokaler Betäubung ober- oder unterhalb des Brustmuskels. Der ICD überwacht dann dauerhaft den Herzrhythmus. Im Falle einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung gibt das Aggregat einen starken Stromimpuls ab (ähnlich wie bei Defibrillatoren in der Notaufnahme oder im Notarztwagen) und kann die Rhythmusstörung zuverlässig beenden und damit Leben retten.

Spezieller Herzschrittmacher bei Herzschwäche (Kardiale Resynchronisations­therapie = CRT) mit und ohne Defibrillator-Funktion

Patienten, die an einer schweren Herzschwäche leiden, weisen häufig Störungen im Reizleitungssystem des Herzens (sogenannter Linksschenkelblock oder bifaszikulärer Block) auf. Als Folge dieser Reizleitungsstörung arbeitet das Herz während des Pumpvorganges nicht einheitlich und koordiniert, sondern asynchron, das bedeutet Teile des Herzmuskels ziehen sich deutlich später zusammen als andere. Die ohnehin schon reduzierte Auswurfleistung des Herzens wird durch diesen Vorgang noch weiter geschwächt.
Ein sogenannter 3-Kammer Herzschrittmacher synchronisiert durch Implantation einer zusätzlichen dritten Herzsonde in eine Koronarvene über der linken Herzkammer die Herzaktionen wieder, und die Herzleistung verbessert sich deutlich. Hierzu schieben wir die zusätzliche dritte Elektrode über den rechten Herzvorhof und die große Herzvene (Coronarsinus) in eine kleinere Endvene über der linken Herzhauptkammer. Häufig kombinieren wir die Geräte mit einem Implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD). Die Operation erfolgt ebenfalls in lokaler Betäubung über einen kleinen Schnitt unterhalb des linken Schlüsselbeins.

Einsatz eines CCM-Herzverstärkers (Cardiac Contractility Modulation)

Schwer herzkranke Patienten, deren Herzschwäche durch die Implantation eines speziellen CRT-Schrittmachers nicht verbessert werden kann, können wir, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, mit einem „Herzverstärker“ behandeln. Hierbei handelt es sich um ein Gerät ähnlich einem Herzschrittmacher, das durch die regelmäßige Abgabe eines schmerzlosen starken Stromimpulses den Stoffwechsel der Herzmuskelzelle beeinflusst und damit die Herzleistung verbessern kann. Das CCM-Gerät schieben wir ebenfalls bei lokaler Betäubung unter die Haut und fixieren es auf dem großen Brustmuskel. Die Therapie erfolgt über drei Herzschrittmacher-Sonden, die an bestimmten Stellen in der rechten Herzkammer befestigt werden.

Schrittmacher­ambulanz

Alle Herzschrittmacher, ICDs und 3-Kammerschrittmacher können wir auf Wunsch in Absprache mit Ihrem niedergelassenen Kardiologen in unserer Spezialambulanz in regelmäßigen Abständen kontrollieren. In Einzelfällen kann die Nachsorge auch ganz modern über die telemetrische Fernüberwachung via Internet von zu Hause erfolgen.

Im Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf werden derzeit in einem hochmodernen Labor mehr als 250 Operationen pro Jahr durchgeführt, davon sind die Hälfte Defibrillatoren und 3-Kammer-Systeme.

Telemedizinische Fernüberwachung der Herzschrittmacher und Defibrillatoren über das Internet

Als zusätzliche Komfortleistung bieten wir für viele bei uns implantierte Aggregate die Möglichkeit einer telemetrischen Fernüberwachung über das Internet an. Hierzu ist ein Sender nötig, der in regelmäßigen Abständen Daten aus dem Herzschrittmacher, dem ICD oder dem CRT an eine Internet-Plattform sendet. So erhalten wir Informationen über die Batteriekapazität sowie Messdaten der Sonden, Berichte über die Effektivität der Schrittmacher-Therapie, Informationen über Herzrhythmusstörungen und weitere Daten. Die Daten analysieren wir zeitnah und erkennen so frühzeitig Fehlfunktionen des Herzschrittmachers, des ICDs oder des CRTs. Gleichzeitig können wir therapeutische Konsequenzen, etwa bei einer Verschlechterung der Herzleistung, früher in die Wege leiten. Häufig können wir durch das Telemonitoring auch die Kontrollintervalle in der Herzschrittmacher-Ambulanz verlängern.

Wir arbeiten hier mit allen namhaften Herstellern zusammen und bieten die folgenden Telemetrie-Systeme an

Biotronik: HomeMonitoring ™
MedtroniK: CareLink ™
St. Jude Medical: MerlinNet™
Boston Scientific: Latitude ™

Natürlich kann die telemetrische Überwachung, wenn gewünscht, auch bei Ihrem niedergelassenen Kardiologen fortgeführt werden.