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27 bunte Zwillinge laufen im Rosenmontagszug in Düsseldorf mit

Team der Kinderschutzambulanz am EVK Düsseldorf ist Gast der Narrenzunft Düsseldorf


Düsseldorf, 12.02.2026
– Eine bunte Fußgruppe mit 27 Narren und 27 Handpuppen nimmt am Düsseldorfer Rosenmontagszug teil. 27 Zwillinge, groß wie klein, exakt gleich gekleidet, mit gleicher Haarpracht, Schmuck und Schuhwerk. Da lohnt es sich, genau hinzuschauen. Keine Sorge, jeder sieht hier doppelt. Das Team der Kinderschutzambulanz am EVK Düsseldorf (KSA) zeigt sich mit seinen Therapiepuppen im Karneval, auf dem größten Zug der Landeshauptstadt.

Wie es dazu kam? Die G.K.G. Düsseldorfer Narrenzunft 1910 e.V. hat sich in dieser Session besonders für Kinder und Jugendliche stark gemacht, erstmals auch mit einer eigenen Kindersitzung. Geschäftsführerin Elke Stamner brauchte deshalb nicht lange, ihren Sohn Robert davon zu überzeugen, dass die Kinderschutzambulanz als Gast im Rosenmontagszug mitläuft - hinter dem Wagen der Narrenzunft. Robert Stamner (Gruppenfoto 2.v.r.) gehört zum Team der KSA, gemeinsam mit seinen vier Kindern und deren vier Handpuppen sind er und sein Pendant Matze Teil der bunten Fußgruppe.

Robert Stamner ist Teil des Orgateams der KSA, das fast ein Jahr lang alles akribisch vorbereitet hat.  Gemeinsam mit Leiterin Dr. Gabriele Komesker (und ihrer Mathilda) sowie Kirsten van Tellingen-Nauta plus Felix hat er das Event geplant. Gut, dass Kirsten van Tellingen-Nauta (Gruppenfoto 2.v.l.), die im Alltag für die Orga in der KSA zuständig ist, gerne und gut näht. Ihr Kostüm ist selbst gemacht, viele der anderen Kostüme sind mit ihrer Unterstützung und der ehemaligen KSA-Mitarbeiterin Kirsti Pellander entstanden. Andere durch den Kleiderschrank zu Hause oder auch durch Vintage-Läden. Hauptsache, Groß sieht aus wie die kleine freche Gestalt auf ihrem Arm. 27 Jecken, davon sieben Kinder, machen sich so oder so im Eins-zu-Eins-Kostüm am Montag auf den Weg.

Auch um dem Kinderschutz im Karneval ein Gesicht zu geben. Was passt da besser, schwierige Themen wie Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung von Kindern, mit den sympathischen Therapiepuppen sichtbar zu machen? Sie sind in der Arbeit von Therapeuten und Pädagogen wichtige Partner, wenn Kinder einen (zunächst fiktiven) Zuhörer oder auch ein Sprachrohr für bisher Unaussprechliches brauchen. In der täglichen Arbeit, so Dr. Gabriele Komesker (Gruppenfoto re.), sitzen dann während der Therapiestunde auch schon mal Vier im Zimmer: das Kind, die Handpuppe des Kindes, der Therapeut und seine Puppe. In der kindzentrierten Diagnostik der KSA – hier kümmert sich ein Therapeut ausschließlich um das Kind, ein zweiter um die Eltern – spielen die Puppen deshalb oft eine zentrale Rolle. So sind sie im Karneval wunderbare Botschafter für die wichtige Arbeit der KSA in Düsseldorf. Und haben zudem einen positiven Nebeneffekt. Robert Stamner: „Für all die vielen Kinder und ihre Familien, denen wir helfen konnten, ist es gut, uns im Zug zu sehen und zu erleben. Damit ist es nicht mehr so ungewöhnlich, zu uns zu kommen. Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch betrifft viele Familien.“

Auch wenn die KSA viele Therapiepuppen in ihren Räumen hat, 27 Handpuppen hat sie nicht. Die, die noch für den Rosenmontag fehlten, damit alle teilnehmen können, wurden zum Großteil gespendet. Andere wurden von EVK-Einrichtungen wie dem Sozialpädiatrischen Zentrum oder dem Familien-Café oder auch von Freunden oder Familie ausgeliehen. Und die Kamelle? Die Puppen der KSA haben ihre Beutel gut gefüllt, dank großzügiger Spenden mit Kamellen, aber auch mit Webcam-Abdeckungen. Damit die 27-mal vier Hände Rosenmontag mit Schwung und Spaß winken und werfen können.

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