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21. Internationales Endoskopie Symposium Düsseldorf

21. Internationales Endoskopie Symposium Düsseldorf

Keine Beschwerden, keine Symptome. Der Krebs war trotzdem da!
Endoskopie-Experten im EVK Düsseldorf operieren schonend Speiseröhre eines Patienten – und 1800 Fachleute sehen zu

Düsseldorf, 08.02.2019 – Anzeichen hatte Hans-Joachim Richter nie bemerkt. Beschwerden wie zum Beispiel Sodbrennen traten nicht auf. Dennoch ist er regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gegangen. Wie wichtig der Schritt in die Hausarzt-Praxis ist, zeigte eine Untersuchung im Juli 2018. Dabei kam heraus, dass ein Krebswert erhöht war. Es folgte eine Überweisung an den Gastroenterologen. Eine Magenspiegelung und eine Gewebe-Untersuchung ergaben dann die Diagnose: Speiseröhrenkrebs im Frühstadium. Die Schleimhautzellen in der Speiseröhre waren verändert. Richter litt an der sogenannten Barettschleimhaut.

„Gut, dass ich alle fünf Jahre zu diesen Untersuchungen gehe. Ansonsten wäre ich jetzt vielleicht nicht mehr hier“, sagt der 69-Jährige aus Unna. Sein Gastroenterologe verwies ihn an das Evangelische Krankenhaus (EVK) Düsseldorf. Die Abteilung für Endoskopie im EVK behandelt deutschlandweit  die meisten Patienten mit Barrettschleimhaut. So wurde der pensionierte Polizist von Dr. Torsten Beyna, ärztlicher Leiter der Endoskopie und Oberarzt der Medizinischen Klinik, zwei Monate nach der Diagnose operiert. Die betroffene Stelle konnte dabei mit einem Spezialendoskop mit bis zu 132facher Vergrößerung und speziellen optischen Systemen exakt identifiziert und nachfolgend endoskopisch über die Speiseröhre entfernt werden. Eine Operation von außen war dabei nicht nötig. Dazu wurde die Schleimhaut mit einem Spezialmesser mit Flüssigkeit unterspritzt und der tumortragende Bereich mit einem elektrischen Messer sicher vollständig herausgetrennt. Im Gegensatz zu chirurgischen Verfahren konnte eine Entfernung von ganzen Teilen von Magen und Speiseröhre vermieden werden.
Nun stand der nächste Eingriff an. Die restliche Schleimhaut der Speiseröhre, die noch von Krebsvorstufen betroffen war, musste entfernt werden. Damit soll einer Entwicklung von weiteren Tumoren vorgebeugt werden. „Das Besondere dabei ist,“ so Beyna, „dass ein hochmoderner Ballonkatheter mit hochfrequentem Wechselstrom die Speiseröhre abgefahren ist. Das führte zu einer „Verschorfung“ und damit zu einer äußerst schonenden Entfernung des krankhaften Gewebes.“

Und die heutige OP hatte zahlreiche Zuschauer: Der endoskopische Eingriff fand während des 21. Internationalen Endoskopie Symposiums unter Leitung von Prof. Dr. Horst Neuhaus, Chefarzt der Medizinischen Klinik am EVK, statt. Rund 1.800 Gastroenterologen, Onkologen, Internisten, Chirurgen, und interventionelle Radiologen aus über 50 Ländern konnten die Operation live im Maritim Hotel Düsseldorf verfolgen. Während des Kongresses werden ca. 25 Eingriffe im EVK durchgeführt. Die Abteilung für Endoskopie verwandelt sich für drei Tage in ein Fernsehstudio. Aus fünf Behandlungsräumen werden die OPs, die vom Team des EVK gemeinsam mit internationalen Experten durchgeführt werden, direkt zum Symposium übertragen.

Prof. Dr. Jacques Bergman von der Universität Amsterdam ist weltweit anerkannter Endoskopie-Spezialist u.a. für die endoskopische Behandlung früher Krebsformen in der Speiseröhre. Gemeinsam mit Dr. Torsten Beyna operierte er im Evangelischen Krankenhaus Hans-Joachim Richter. „Wir können den Patienten morgen beschwerdefrei entlassen“, sagt Beyna. „Nur noch eine Kontrolle ist im EVK vorgesehen – danach kann er wieder seine Untersuchungen beim Hausarzt durchführen lassen.“

Hans-Joachim Richter ist froh über den Ausgang der Operation: „Zu wissen, dass der Krebs jetzt wirklich nicht mehr da ist, tut gut“ so der zweifache Großvater. „Jetzt können meine Frau und ich endlich wieder verreisen. Seit meiner Diagnose hatten wir das Thema erst einmal auf Eis gelegt“. Und wohin die nächste Reise geht, steht auch schon so gut wie fest. „Wir wollten schon immer mal eine Kreuzfahrt zu den Kanaren machen.“

21. Internationales Endoskopie Symposium Düsseldorf

Vom 07. bis zum 09. Februar veranstaltet Prof. Dr. Horst Neuhaus gemeinsam mit seinem Team der Endoskopie unter der ärztlichen Leitung von Dr. Torsten Beyna das Symposium. Dabei präsentieren international renommierte Experten in Vorträgen und Live-Demonstrationen neueste endoskopische Techniken. Das Internationale Endoskopie Symposium Düsseldorf hat sich seit seiner Gründung 1998 zu einer der weltweit größten und bedeutendsten Fortbildungsveranstaltungen in der Gastroenterologie und Endoskopie entwickelt.
Die endoskopische Abteilung des EVK Düsseldorf ist von der Weltorganisation für Endoskopie (WEO) als „Center of Excellence“ anerkannt und Trainingszentrum der Europäischen Gesellschaft für gastrointestinale Endoskopie (ESGE). Sie ist mit allen modernen Technologien für patientenorientierte endoskopische und endosonographische Interventionen ausgestattet.

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